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Gesamtschulen: Möglicher neuer Standort bedarf der ordentlichen Beratung in den Ratsgremien

Mangelnde Kommunikation der Stadtspitze belastet den Entscheidungsprozess – Interimsstandort nicht automatisch Dauerlösung

Die SPD-Ratsfraktion freut sich, dass es der Stadtverwaltung endlich gelungen ist, einen möglichen Interimsstandort für die Gesamtschule Bockmühle während der Neubauphase zu finden. Gleichzeitig machen die Sozialdemokraten aber deutlich, dass zunächst eine breite Debatte in den Ratsgremien und mit der Stadtgesellschaft nötig ist, bevor für die Pläne „grünes Licht“ im Rat gegeben werden kann. „Die Gesamtschule Bockmühle braucht eine schnelle Entscheidung, die in Kürze einen möglichst umfassenden Neubau möglich macht. Diese Lösung haben wir von Anfang an favorisiert. Auch wenn klar ist, dass der laufende Schulbetrieb dann bestimmt nicht auf demselben Grundstück laufen kann, kennen wir bislang weder die Ergebnisse der entsprechenden Machbarkeitsstudie, noch kennen wir Details zu dem jetzt im Verwaltungsvorstand diskutierten Interimsstandort. Auch dürfte klar sein, dass sich eine solche Zwischenlösung nicht automatisch auf Dauer eignet“, stellt Manfred Reimer, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, klar.

Unstrittig sei die Notwendigkeit einer weiteren Gesamtschule für die Stadt Essen. Die Nachfrage für einen solchen sei schon seit Jahren an den Anmeldezahlen ablesbar. „Doch gerade nach der bisher unglücklich verlaufenen Suche nach einem geeigneten Grundstück, während der bereits zwei Schulstandorte mit allen Folgen für den dortigen Betrieb durch das Raster gefallen sind, legen wir großen Wert auf einen ausführlichen Diskussionsprozess mit allen Beteiligten. Auch dürfen wir an beiden Standorten die Interessen der betroffenen Stadtteile nicht aus den Augen lassen“, führt SPD-Ratsfrau Janine Laupenmühlen, Vorsitzende des Schulausschusses, aus.

Dazu gehöre es auch, sich noch einmal intensiv damit zu beschäftigen, woher die Schülerinnen und Schüler für die neue Schule kämen und welche Auswirkungen ein neuer Standort auf die Schulen in der Nachbarschaft haben könnte. „Außerdem müssen wir darauf achten, dass sich die gesamte Stadtgesellschaft nicht von den Planungen überrumpelt fühlt. Hier hätten wir uns einen besseren Start in den Entscheidungsprozess gewünscht, als von den Beschlüssen der Verwaltungsspitze aus der Zeitung zu erfahren. Dies vor allem auch, weil es in der letzten Ratssitzung die Gelegenheit gegeben hätte, uns einen ersten Bericht zu geben. Dass nun bei den Anliegern der Erbslöhstraße Irritationen aufgetreten sind, wäre zu verhindern gewesen. Ebenso sinnvoll wäre die Einbindung des frisch gewählten neuen Schuldezernenten gewesen, anstatt ihm über eine Pressemitteilung die auf ihn zukommende Aufgabe mitzuteilen. Fest steht, dass wir uns durch den gewählten Weg nicht zu einer Vorfestlegung drängen lassen. Sowohl die Interims- als auch im Besonderen die Dauerlösung für eine neue Gesamtschule werden einer ordentlichen und umfassenden Beratung und Bewertung unterzogen“, fasst SPD-Fraktionschef Rainer Marschan zusammen.