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„Wir müssen an allen Schulen gute Lernbedingungen ermöglichen“

Geflüchtetenquote muss stärker bei der Mittelverteilung berücksichtigt werden

Angesichts der aktuellen Verteilung von sogenannten Seiteneinsteigern auf die Essener Schulen sieht die SPD-Ratsfraktion dringenden Handlungsbedarf. Wenn soziale Unterschiede im Stadtgebiet so deutlich auftreten, sei die Verwaltung gefordert, das Problem nicht nur zu beschreiben. Gemeinsam mit Politik, Schulen und Elternschaft seien Lösungsansätze zu entwickeln.

„Wir müssen an allen Schulen im Essener Stadtgebiet gleich gute Lernbedingungen für die Kinder ermöglichen. Es ist nicht zu leugnen, dass wir diese derzeit nicht haben. Das können wir nicht bloß zur Kenntnis nehmen, wir müssen hier dringend handeln“, erklärt Manfred Reimer, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. Viele Schulen, die nun einen hohen Anteil an Geflüchteten aufgenommen haben, hätten schließlich auch schon zuvor viele Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund beschult. Der Unterstützungsbedarf bei der Integration sei nun noch einmal deutlich gewachsen.

„Das muss sich spürbar in der Zuweisung von Lehrerinnen und Lehrern und Sozialarbeitern, aber auch im Raumbedarf und der Schulausstattung niederschlagen“. Zu einer gerechteren Lastenverteilung könne dabei auch beitragen, die Schulen mit niedrigerem Migrantenanteil und geringerer Geflüchtetenquote in den Prozess einzubeziehen. Die Essener SPD-Ratsfraktion ist nicht bereit zu akzeptieren, dass das Prinzip der wohnortnahen Beschulung am Ende dazu führt, dass einige Essener Schulen durch die ungleiche Verteilung die Integration von Schülerinnen und Schülern nicht mehr leisten können.

„Wir fragen uns, ob es tatsächlich immer sinnvoll ist, dort wo man wohnt auch zur Schule zu gehen. Starre Milieus können die Integration auch verhindern oder zumindest erschweren. Darüber wollen wir eine Diskussion führen“, schließt sich SPD-Ratsfrau Janine Laupenmühlen, Vorsitzende des Schulausschusses, an. Gerade auch Instrumente der Stadtentwicklung sollen dabei eine stärkere Rolle spielen, etwa die Schaffung günstigen Wohnraums oder die Entwicklung neuer Schulstandorte in den besonders betroffenen Stadtgebieten. „Außerdem ist es ein Unding, dass Seiteneinsteiger-Kinder nach einem Jahr nicht mehr als solche erfasst sind“. Hier müsse eine Lösung gefunden werden, um die Förderung nicht abreißen zu lassen.