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Freiflächen dürfen in der Wohnbaudebatte kein Tabu sein

SPD-Fraktion wird Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern führen / Keine Verordnungen „von oben“

 

Im Stadtgebiet fehlen nach den Berechnungen des Instituts für Wohnungswesen (InWis) bis 2030 rund 9000 Wohnungen. Dass für eine Deckung des Wohnraumbedarfs auch Flächen bereitgestellt werden müssen, wird derzeit in der SPD und mit den Bürgerinnen und Bürgern kontrovers diskutiert.

„Selbstverständlich müssen in erster Linie die vorhandenen Brachflächen, sowie der Lückenschluss zwischen existierenden Gebäuden betrachtet werden. Eine Versiegelung zusätzlicher Flächen im Stadtgebiet darf nur die letzte Lösung sein, aber es wäre falsch, eine Bebauung von Freiflächen von vorneherein auszuschließen. Das wäre nicht ehrlich gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern, mit denen wir einen offenen Dialog pflegen wollen“, erklärt SPD-Ratsherr Thomas Rotter, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Stadtplanung.

Natürlich gehören zu einer liebens- und lebenswerten Stadt Freiflächen, aber eben auch bezahlbarer und moderner Wohnraum für jedermann überall im Stadtgebiet. Dieses Kernanliegen der SPD werde sich mit den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Innenentwicklung vermutlich nicht realisieren lassen, so Thomas Rotter weiter.

„Es besteht ein absehbarer Bedarf an neuen Wohnungen, die überall im Stadtgebiet bezahlbar bleiben sollen. Fakt ist, dass dafür Flächen bereitgestellt werden müssen. Dabei gilt für uns der Grundsatz Innen- vor Außenentwicklung. Nur wenn eine Entwicklung im Innenbereich nicht ausreichend ist, um den Wohnraumbedarf zu decken, werden wir über die Bebauung von Freiflächen entscheiden müssen. Dabei gibt es keine Entscheidungen von oben herab, sondern wir diskutieren in Frage kommende Flächen innerhalb unserer Fraktion, mit den Bezirksvertretungen und mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort“, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Marschan.