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„Nichts gehört der Vergangenheit an. Alles ist Gegenwart und kann wieder Zukunft werden.“

SPD Essen erinnert an die Zerschlagung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933

Am Dienstag, 2. Mai 2017 jährt sich zum 84. Mal der Tag der Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten. Nach den Reichstagswahlen am 5. März 1933, die den Nationalsozialisten nicht die ersehnte absolute Mehrheit gebracht hatten, fing die systematische Verfolgung der organisierten Arbeiterschaft und ihre Organisationen an. Zuerst wurden die Kommunisten, dann die Sozialdemokraten und Mitglieder sowie Funktionäre der freien Gewerkschaften eingesperrt, gefoltert und gemordet.

Kurz darauf folgte „der schwärzeste Tag in der Geschichte der Arbeiterbewegung“, der 2. Mai 1933. An dem Tag zerschlugen die Nazis endgültig die Gewerkschaften und somit wurde auch eine eventuell legale Oppositionskeimzelle gegen das Terrorregime und seine Kriegspläne zerstört.

Im Juni 1933 folgte das Verbot der SPD, was bei den anderen bürgerlichen Parteien nicht mehr nötig war. Sie hatten sich schon längst selbst aufgelöst, sogar zum Teil in der NSDAP. Es war die Zerschlagung der parlamentarischen Opposition.

Danach begann eine schmerzvolle und menschenunwürdige Zeit für viele Menschen, die sogar am Ende ihr Leben eingebüßt haben für ihre Ideale und ihre politischen Ziele gegen Hass, Gewalt und Intoleranz.

Die Essener SPD veranstaltete im Rahmen der Aktivitäten zum 150-jährigen Jubiläum am 25. April einen Vortragsabend über die Geschehnisse und die Folgen des 2. Mai 1933 in Essen.

Thomas Kutschaty, NRW Justizminister und Parteivorsitzender der Essener Partei, eröffnete den Abend und machte bei seiner Einführung eine komprimierte Zeitreise durch die bewegte Geschichte der Sozialdemokratie in Essen, wodurch die anhaltende Aktualität der Ziele und Werte unserer Partei deutlich wurden.

Dieter Hillebrand, DGB Vorsitzender in Essen, mahnte gegen das Vergessen und die Gleichgültigkeit gegenüber aufkeimenden rechtsextremen Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Der Vortragsredner des Abends und Autor der DGB-Broschüre „2. Mai 1933 in Essen“, Seckin Söylemez, Politikwissenschaftler, brachte dem Publikum plastisch nah, was am ersten und zweiten Mai 1933 in Essen geschah.

Er schilderte außerdem explizit die Schicksalsgeschichte des wohl bekanntesten Opfers, Karl Wolf. Karl Wolf, ein überzeugter Sozialdemokrat und Gewerkschaftssekretär wurde nach einer Verfolgungs-und Inhaftierungsodyssee im Jahr 1942 im KZ Sachsenhausen ermordet.

Die anschließende Diskussion bestätigte die mahnenden Worte von Fritz Bauer: „nichts gehört der Vergangenheit an. Alles ist Gegenwart und kann wieder Zukunft werden“.