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Industriearbeitsplätze müssen gestärkt werden

Flächen für Unternehmensansiedlungen und Wohnen ausweisen – Neustrukturierung der Wirtschaftsförderung vorantreiben.

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes zeigen, dass die Industriearbeitsplätze in Essen zurückgehen. Nach Ansicht der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Essen müsse es daher gelingen, die Ansiedlung neuer Industriebetriebe sowie Arbeitsplätze gezielt zu forcieren. Die Bereitstellung weiterer Flächen für Industrie, Gewerbe und Wohnen ist dafür ein wichtiger Baustein. Dabei müssten auch Vorurteile gegenüber modernen Industrien abgebaut werden.

Dazu Rainer Marschan, SPD-Fraktionsvorsitzender: „Essen wird sich - neben dem gut funktionierenden Dienstleistungs-, Bildungs- und Forschungssektor - auch verstärkt auf die Entstehung guter Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe fokussieren müssen. Hier ergeben sich, unter anderem durch die Qualifizierung erwerbsloser Personen, gute Chancen, die Arbeitslosigkeit in der Stadt zu senken und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die Stadt muss sich zur Bereitstellung von Flächen durchringen, auch wenn dies ein schwieriger Prozess wird. Gemeinsam müssen wir dabei auch bestehende Bilder aufbrechen. Moderne Industrie raucht und stinkt längst nicht mehr so, wie viele noch immer glauben.“

Darüber hinaus wolle man durch die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe über neu entstehende Arbeitsplätze auch neue Bürgerinnen und Bürger für die Stadt Essen hinzugewinnen. Die Bereitstellung neuer Wohnbauflächen dürfe daher nicht außer Acht gelassen werden. „Wer Menschen für Essen gewinnen will, muss auch guten, barrierefreien und vor allem bezahlbaren Wohnraum, möglichst im Umfeld der neuen Betriebe, anbieten können. Auch kurze Arbeitswege sind ein Standortvorteil. Hierfür bedarf es zur Umsetzung einer kommunalen Wohnungspolitik erst einmal Flächen“, erklärt SPD-Ratsherr Thomas Rotter, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Stadtplanung.

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt werde sich weiter verschärfen und die Miet- sowie Kaufpreise ansteigen lassen. „Wenn wir bezahlbaren Wohnraum für alle Menschen und überall in unserer Stadt schaffen wollen, führt kein Weg an einer Ausweisung weiterer Flächen für Industrie, Gewerbe und Wohnen vorbei“, macht Thomas Rotter deutlich. Letztlich müsse auch die vom Rat beschlossene Neustrukturierung der Essener Wirtschaftsförderung vorangetrieben werden. „ Notwendig ist auch eine engere Verzahnung mit unseren Akteuren im Bereich der Arbeitsvermittlung und Beschäftigung, damit insbesondere langzeitarbeitslose Essenerinnen und Essener künftig wieder bessere Chancen auf eine sichere und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in unserer Stadt bekommen“, fügt Rainer Marschan hinzu