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Schulkantinen: So schmeckt´s der SPD

Schon der erste Eindruck der Schulkantine ist bedrückend. Ein großer, menschenleerer Raum, duster, still. Obwohl die Pausenglocke längst geläutet hat, sind weder Schüler zu sehen, noch das Kantinenpersonal. Die Rollläden der Essensausgabe sind geschlossen und der Hausmeister eilt erst einmal an uns vorbei, um nach dem Rechten zu schauen. Wenige Augenblicke später geht es dann los.

Neben uns haben noch rund ein halbes Dutzend Schülerinnen und Schüler den Weg in den Speisesaal der Gesamtschule Bockmühle gefunden, der locker 400 Besuchern Platz böte. Nun hockt also ein verlorener Haufen an zwei Tischen und beginnt fröhlich schwatzend mit seinem Mahl. Auch wir trauen uns nun an die Theke und bekommen unsere Portionen. Das Personal ist freundlich und unsere Teller voll. Es gibt klassische Linsensuppe mit Bockwurst, für Vegetarier ist die Wurst ohne Fleisch. Wir setzen uns an den nächsten Tisch und hauen rein. Die nette Auszubildende, von der RGE als unsere Aufpasserin geschickt, setzt sich dazu. Kurz darauf kommt auch die Schulleiterin und wir können reden.

Erster Eindruck: Das Essen schmeckt an diesem Tag, die Qualität ist in Ordnung. Ob die Speiseauswahl für Schülerinnen und Schüler allerdings attraktiv ist, darf hinterfragt werden. Zumal, wenn von über tausend Schülern nicht einmal zehn das Angebot einer wirklich günstigen, warmen Mahlzeit wahrnehmen. Eine Menüalternative? Frischer Salat? Ein Nachtisch? Fehlanzeige. Auch, weil nicht genügend junge Kunden den Service nutzen. Frisch kochen ist nicht möglich, die Küche wurde vor einigen Jahren abgebaut. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.

Das Ambiente, in dem wir unsere Mahlzeit zu uns nehmen, lädt auch nicht zum Verweilen ein, die Kantine ist vom sonstigen Pausengeschehen völlig isoliert. Das Leben tobt vor den Türen und nicht einmal der Schall dringt zu uns rein, wird vom Rauschen der Klimaanlage übertönt. Eine Modernisierung ist überfällig.

Fazit: An der Qualität des Essens können wir nicht herummeckern. Es gibt aber einige Baustellen auf dem Weg zu einem gut angenommenen Mittagstisch, um die wir uns kümmern müssen. Und unsere Tests werden weitergehen…